Martin Winterkorn, CEO der Volkswagen AG über E-Mobilität

Am 7. März 2013 erschien in der „Zeit“ ein ausführliches Interview mit Martin Winterkorn, dem CEO der Volkswagen AG. Dabei auch ein paar bemerkenswerte Aussagen zu Treibstoffverbrauch, Größe der Fahrzeuge und – Elektromobilität. Ein paar Auszüge:

ZEIT: Nächste Woche beginnt die Genfer Automesse, statt Elektroautos stehen überall Autos mit viel PS und hochbeinige Geländewagen, die SUVs, vorne.

Winterkorn: Also zunächst mal hat sich Volkswagen gerade als erster Autobauer offensiv zum europäischen CO₂-Ziel von 95 Gramm bis 2020 bekannt. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von unter vier Litern – eine Riesenherausforderung. Mangelnden Einsatz für die Umwelt kann man uns also sicher nicht vorwerfen. Klar ist allerdings auch: Wir wollen Geld verdienen und machen unseren Kunden keine Vorschriften, die etwa eine hohe Sitzposition bevorzugen. Ein SUV als Diesel ist mittlerweile sehr sparsam. Der Tiguan etwa kommt mit fünf Litern aus. Das zukunftsträchtigste neue Fahrzeugkonzept sehen wir allerdings im Plug-in-Hybrid.

ZEIT: Das sind die Autos, die Strom und Benzin tanken können: Wenn die Batterie leer ist, kann man beim Hybrid mit dem Verbrennungsmotor weiterfahren. Wann kommt der erste solche VW?

Winterkorn: 2014 kommen der Golf und der Audi A3. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Wir setzen als Konzern auf dieses Konzept. Aber wir werden auch weiterhin unsere Verbrennungsmotoren optimieren, am Gasantrieb und am Brennstoffzellenauto arbeiten. Darüber hinaus kommt der Volkswagen E-up! in diesem Jahr auf den Markt. Ein tolles Auto. Der fährt 150 Kilometer weit mit einer Ladung. Bei längeren Strecken oder auf der Autobahn stößt die reine Elektromobilität aber schnell an ihre Grenzen.

ZEIT: In Genf wollen Sie ein Hybrid-Auto mit Dieselmotor zeigen, das nur ein bis zwei Liter braucht. So etwas hat kein anderer Autobauer. Aber die Stückzahl ist sehr klein. Warum?

Winterkorn: Der XL1 ist ein technologischer Leuchtturm. Das hat seinen Preis. Und den wollen oder können nur wenige Kunden zahlen. Aber wir haben unsere Spritspartechnik BlueMotion inzwischen in allen Baureihen eingeführt.

ZEIT: Wie schnell werden Plug-in-Hybride relevante Marktanteile erreichen?

Winterkorn: Ich glaube, dass die Plug-in-Hybride bis 2020 einen großen Beitrag liefern werden, um den Plan der Bundesregierung von einer Million Elektrofahrzeugen zu verwirklichen. Die reinen E-Autos sehe ich eher als typisches Zweitauto im Stadtverkehr.

Das volle Interview auf der Homepage der Zeit

 

Kommentare

  1. Klare Aussage vom Herrn Winterkorn!
    Die VAG macht NIX mit e-Mobilität, aber sie wollen ihren Kunden keine Vorschriften machen. Sagt er halt mal!
    Is schon sehr interessant!

  2. Hier kommen mal wieder zwei Dinge zusammen:
    1. der Kunde bestimmt, was er kauft
    2. die Technologie ist (noch) nicht reif
    Wenn es SUVs gibt, die nur zwei Liter auf 100km benötigen oder Elektroautos mit ausreichender Reichweite zu vertretbaren Preisen… dann werden die Kunden sie auch kaufen.
    Angebot erzeugt Nachfrage. Hoffen wir, dass die neuen Modelle bald in Serie gehen 🙂

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