Komatöse Diskussion

Zwickts mi i man i tram,
des derf net woa sei,
wo san ma daham?
Endlich gibt es endlich wieder etwas, worüber man sich so richtig schön echauffieren kann. Betrunkene Jugendliche! Sturzbetrunken! Komabesoffen! Die gesunde Volksseele kocht. Na wenn des mei Bua oder mei Madl wär’ – Iiih tät’ denaan oba wos scheenaaas dazöön. Uuups…
Zwickts mi ganz wurscht wohin.
I kanns net glaub´n,
ob i ang’soff’n bin!
Ja – es ist ein Problem und es ist traurig, dass sich Kinder bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Nein – das Alkoholproblem ist nicht neu. Da man sich in Österreich scheint’s zum ersten Mal ganz öffentlich mit dem Phänomen betrunkener Jugendlichen auseinandersetzt, sind die Vorschläge auch besonders originell: Ein neues Gesetz muss jetzt her, aber schnell. Und farbige Ausweise. Und mehr Polizisten in Zivil und – besonders furchteinflößend – eine Sondereinsatztruppe.
Warum nur redet niemand über die derzeit geltenden Bestimmungen? Warum braucht es schon wieder neue Gesetze, wenn nicht einmal die bestehenden beachtet und exekutiert werden? Wenn es schon im großen und föderalen Österreich neun Jugendschutzbestimmungen gibt, so liegt ihnen zumindest eines zugrunde: Kein Alkohol unter 16 Jahre. Plus, in jeder Wirtsstube ersichtlich: Kein Alkohol an Betrunkene.
Obaa i glaub do hilft ka zwick´n,
könnt ma net vielleicht irgendwer ane pick’n?
Das bekannt abstinente Österreich (16 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger haben laut Anton-Proksch-Institut einen problematischen Alkoholkonsum, das heißt, mehr als drei Bier oder Vierteln Wein fließen durch die Kehle und zwar täglich!, ein Zehntel werden im Laufe ihres Lebens alkoholkrank) sieht sich, medial bestens eingestimmt, plötzlich der Imagination einer wahren Plage gegenüber.
Danke jetzt is ma kloa,
es is wahr, es is wahr.

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